Fachtagung Diabetes und andere Hormonstörungen bei Kindern, 14 bis 16. November in Saarbrücken

Vom 14. bis zum 16. November 2019 findet in Saarbrücken die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED) e.V. statt. Im Saarbrücker Congress Centrum werden rund 600 Teilnehmer erwartet, die sich bei der Fachveranstaltung JA-PED 2019 über neue Erkenntnisse und aktuelle Entwicklungen rund um Diabetes und andere Hormonstörungen bei Kindern austauschen. Die Grußworte zum Auftakt wird die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann sprechen, Tagungspräsident ist Prof. Dr. Tilman Rohrer, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg.

“Hormonstörung” ist für die meisten Menschen ein sehr abstrakter Begriff, doch einen Vertreter der Erkrankungen aus diesem Feld kennen sicherlich fast alle: den Diabetes. Schätzungen gehen alleine in Deutschland von bis zu 8 Millionen Menschen aus, die von der umgangssprachlich als “Zuckerkrankheit” bezeichneten Erkrankung betroffen sind. Hinter dem medizinischen Begriff Diabetes mellitus verbirgt sich dabei nicht nur eine einzige, sondern eine ganze Reihe von Erkrankungen. Allen ist gemeinsam, dass es durch einen Mangel an dem Hormon Insulin zu einem dauerhaft zu hohen Glukose-Gehalt im Blut – einem zu hohen Blutzuckerwert – kommt. Das Beispiel des Diabetes verdeutlicht, welche Auswirkung eine Störung im Stoffwechsel haben kann.
“Als Kinderärzte blicken wir selbstverständlich noch spezieller auf Hormonerkrankungen, weil unsere jungen Patientinnen und Patienten besondere Bedürfnisse haben”, erklärt Prof. Dr. Tilman Rohrer vom Universitätsklinikum des Saarlandes. Der Oberarzt der UKS-Kinderklinik (Direktor: Prof. Dr. Michael Zemlin) ist Endokrinologe und Diabetologe, also Experte für Hormonkrankheiten, und Tagungspräsident des Jahreskongresses der beiden Fachgesellschaften in Saarbrücken. Gemeinsam mit Kollegen aus Homburg und aus Luxemburg hat er die Veranstaltung geplant. Das Organisationsteam konnte nicht nur namhafte Referenten aus Deutschland gewinnen, sondern auch aus Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Dänemark und Kanada. Bei der Tagung treffen unterschiedliche Berufsgruppen zusammen, die in die Behandlung eingebunden sind, der Teilnehmerkreis besteht u.a. aus Ärzten, Wissenschaftlern, Psychologen, Diabetesberatern, speziell weitergebildetem Pflegepersonal und Selbsthilfegruppen. “Diese Fachveranstaltungen sind enorm wichtig für den Austausch”, so Prof. Rohrer. “Es werden neue Forschungsergebnisse vorgestellt, man kommt mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen und anderer Berufsgruppen zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden so nicht nur auf den neuesten Stand gebracht, sondern es ergeben sich zudem immer wieder neue Forschungsansätze und Kooperationen. Davon profitieren letztendlich unsere jungen Patientinnen und Patienten.”
Einer der Themenschwerpunkte in diesem Jahr sind endokrinologische und diabetologische Aspekte von Syndromen, wie beispielsweise dem Down-Syndrom. Diese auch als Trisomie 21 bezeichnete angeborene Chromosomenstörung führt sowohl zu einer geistigen Behinderung als auch zu körperlichen Fehlbildungen. Eine häufige Begleiterkrankung dabei sind Diabetes und Schilddrüsenkrankheiten. “Gerade bei Menschen mit Down-Syndrom setzt die Diabetes-Erkrankung dann weitere Grenzen in der Selbstständigkeit”, weiß Prof. Rohrer aus der klinischen Praxis zu berichten. Bei der Behandlung von Trisomie 21 müssen daher diese und andere häufige Begleiterkrankungen berücksichtigt werden. Der Homburger Arzt ist Experte auf diesem Gebiet: Prof. Rohrer ist federführend bei der gerade laufenden Aktualisierung der Leitlinien zur Behandlung von jungen Betroffenen. Diese Leitlinien sind systematisch entwickelte Hilfen für Ärzte, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und die meist von den jeweiligen Fachgesellschaften koordiniert werden. Die Arbeit in Homburg bestimmt somit die zukünftigen Behandlungsstandards bei Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom.

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